„Castle Rose: Das schlafende Schloss“ von Jasmin Jülicher – Märchen trifft Steampunk

Dornröschen trifft Steampunk. Eigentlicht ist letzteres ja nicht mein Genre, aber verbunden mit einer Märchenadaption weckte das Buch doch mein Interesse.

Klappentext
Seit mehr als einem Jahrzehnt schlafen alle Menschen im mit Rosenranken überwucherten Castle Rose. Sie sind Opfer des Aethers, einer Substanz, die jeden in einen ewigen Schlaf fallen lässt, der sie berührt.
Auch Juliannas Vater ist ein Sleeper, ihre Mutter wird seit Jahren vermisst. Ganz allein kämpft sie darum, sich und ihren Bruder mit kleinen und größeren Diebstählen über Wasser zu halten. Doch dann erkrankt ihr Bruder tödlich und Heilung verspricht nur eine teure Behandlung.
Um ihn zu retten, bricht Julianna in Castle Rose ein und stiehlt die Schätze des Schlosses. Doch als sie versehentlich den schlafenden Prinzen berührt, erwacht er…


| Jasmin Jülicher | Castle Rose | 300 Seiten | Märchenadaption | Selfpublish |

Der Start gefiel mir gut. Auch als nicht Steampunkleser konnte ich mich schnell zurechtfinden. Leider empfand ich die Handlung im Verlauf etwas unlogisch.

Julianna, die Prota, ist sympathisch und vielleicht ein bisschen naiv. Was mir gefiel. Sie lernt im Lauf der Handlung und bleibt auch ihren Grundprinzipien treu. Allerdings fehlte es mir an Charaktertiefe. Nicht nur bei ihr. Jonathan, den schlafende Prinzen, kann ich nicht wirklich charakterisieren. Er ist so blass geblieben und ich habe nie wirklich verstanden, wieso er handelt wie er handelt. Eben weil sein Inneres kaum vorgestellt wurde. Fast so wie bei den Nebenfiguren, die mich eigentlich nur verwirrten.

Von Märchenadaptionen erwarte ich persönlich, dass es in die Tiefe geht. Bei den Charakteren und im Weltenaufbau. Allerdings wirkte hier auch die Welt auf mich nicht ausreichend durchdacht. Zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass sich Informationen vom Anfang mit den Geschehnissen am Ende widersprechen. Dabei enthält die Welt und auch der Plot richtig tolle Ideen.