„Cursed – Die Auserwählte“ von Thomas Wheeler

Werbung | Rezensionsexemplar |
Die Artus-Legende ist vielen bekannt und auch, dass es die unterschiedlichsten Versionen gibt. Nicht nur darüber, ob sich Artus bzw. Arthur mit Guinevere wieder versöhnt hat, ob er gestorben ist oder in Avalon verweilt, sondern auch, woher er sein Schwert hat – oder ob es vielleicht sogar zwei Schwerter sind? Und genau aus diesem Grund, finde ich Bücher, die sich mit dieser Saga beschäftigen auch immer wieder interessant. Eben weil man nie weiß, welche Version sich der Autor als Vorlage genommen hat. Und Cursed ist nochmal etwas ganz besonderes. Ein Arthur taucht zwar auf, aber die Hauptrolle spielt Nimue – die in der Legende unter anderem als Dame von See auftaucht. Ob sie diese Rolle auch in Cursed einnehmen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nur der Autor selbst beantworten. Denn schon der Klappentext lässt erahnen, dass die Handlung einen ganzen eigenen Weg verfolgen wird.

Klappentext
Eine Frau. Ein Schwert. Ein Land in Aufruhr.
England steht in Flammen: Die Roten Paladine ermorden jeden, der sich nicht vor dem Kreuze beugt. Als Nimues Dorf überfallen wird, verliert sie alles – nur eines bleibt ihr: ein geheimnisvolles Schwert, das sie zu einem gewissen Merlin bringen soll. Doch als Berater des korrupten Königs Uther hat Merlin ganz eigene Pläne für das Schwert der Macht.
Begleitet von dem jungen Söldner Arthur legt Nimue sich mit den gefährlichsten Männern des Landes an, um ihr unterdrücktes Volk in die Freiheit zu führen …
Es geht blutig zu. Schon gleich am Anfang werden wir in den Überfall auf das Dorf geworfen und die Szenen werden ausführlich beschrieben. Das Morden und Kämpfen wird uns Leser das ganze Buch über begleiten. Als Leser sollte man also keine Probleme mit solchen Szenen haben.

Cursed – Die Auserwählte | Thomas Wheeler | 470 Seiten | Fischer Tor | ab 16 Jahren


Am Anfang war ich leicht verwirrt. Nicht nur, weil mein Wissen aus den Artus-Geschichten immer wieder mit den Rollenzuweisungen in diesem Buch kollidierten, sondern auch, weil die Merlin-Perspektive ihre Geheimnisse nur Stückchenweise präsentierte. Es dauerte bis ich in die Geschichte hineingekommen bin, aber dann konnte nicht mehr aufhören zu lesen. 

Es war immer spannend, wenn ein bekannter Name auftauchte und ich heraufinden konnte, wie diese Person in dieser Welt dargestellt wird. Vor allem die „Ritter der Tafelrunde“ konnten mich immer wieder überraschen. Aber nicht nur diese. Merlin konnte ich zu Beginn nicht leiden, Morgan hat mich sofort für sich eingenommen und Arthur kann ich nicht einschätzen.

Nimue – unsere Protagonistin – konnte ich verstehen, doch mir fehlt es bisher an Charaktertiefe bei ihr. Ihren Hass auf die Paladine und die Kirche, ihren Wunsch ihr Volk – die Fey – zu schützen – all das super verständlich. Aber ihr innerer Zwiespalt konnte mich nicht so ganz erreichen.

Die Fey finde ich übrigens total toll. Sie sind – neben den menschlichen Zauberern – das Magische in der Welt. Das Wertvolle, das Besondere,  das, was der Kirche nicht in ihr Weltbild passt. Und so brennen die Scheiterhaufen und der Völkermord kann beginnen. Auch wenn ich es nicht glauben kann, so hoffe ich doch, dass es für die Fey am Ende einen Ausweg geben wird. Ich träume von Avalon – auch wenn dieser Name (noch) nicht fiel.

„Geboren in der Morgendämmerung.“ „Um in der Abenddämmerung zu sterben.“

Die Story selbst verfolgt nicht nur Nimue, sondern auch Merlin, Vater Carden, der Anführer der Paladine oder König Uther erhalten eine Stimme. Trotzdem ufert die Geschichte nicht aus. Sie folgt nur kleinen Nebenstorys, die immer wieder zum Roten Faden zurückführen und Handlungen verständlich machen. Die Spannung kann das ganze Buch über gehalten werden. Für mich gab es keine Längen, keine langweiligen Phasen.

Wer auf Illustrationen steht, sollte sich das gedruckte Werk zulegen. Im ebook kommen die Zeichnungen von Frank Miller nicht so gut rüber. Zumindest nicht auf meinem Tolino.