„Das Schwert der Totengöttin“ von Katharina V. Haderer

Fazit Wenn die Toten sich erheben, dann braucht es starke Persönlichkeiten, die sich ihnen entgegenstellen. Und hier wird die Story durch zwei vorangetrieben, die mich mit ihren Ecken und Kanten begeistern konnten.   

Klappentext
Willkommen in Tradea – wo sich die Toten aus ihren Gräbern erheben! Als Sergent Erik Zejn degradiert und von der Hauptstadt ins Vorland versetzt wird, rechnet er mit Ereignislosigkeit und Langeweile. Doch dann erheben sich die Toten aus den Gräbern und greifen die Lebenden an. Zejn steht vor der größten Herausforderung seines Lebens: Um die Menschen zu retten, muss er herausfinden, wie er die Toten für immer zurück unter die Erde schicken kann. Die Einzige, die mehr über die unheimlichen Vorgänge zu wissen scheint, ist die Kräuterhexe Mirage, doch Zejn ist sich sicher, dass man ihr nicht trauen kann. Mirage ist keine Hexe, sondern Alchemistin und versucht alles, um die Bedrohung aufzuhalten. Nur deshalb ist sie immer in der Nähe, wenn die Toten erwachen. Schnell beginnt die Bevölkerung zu glauben, dass sie für die Angriffe verantwortlich ist und wendet sich gegen sie. Wenn Mirage sich selbst retten will, muss sie ihre Unschuld beweisen und die Toten für immer zurück unter die Erde bringen. Weder Zejn noch Mirage ahnen, dass die Toten nicht ihre einzigen Feinde sind. 

| Black Alchemy 1 | Das Schwert der Totengöttin | Katharina V. Haderer | 384 Seiten | Knaur Verlag |

Wenn die Toten sich erheben und Vorurteile das Unheil befeuern, dann befindet man sich wahrscheinlich in der Welt von Black Alchemy. Zeyn, unseren Protagonisten neben Mirage, habe ich nämlich als jemanden kennengelernt, der sich zu sehr an Regeln klammert und anstatt zuzuhören, die Dinge nach seiner Meinung regelt. Was habe ich mich über ihn aufgeregt und ich freue mich schon sehr auf seine Charakterentwicklung in den nächsten Bänden. Aber neben dieser Schwäche ist er ein Mensch, den ich gerne an meiner Seite hätte, wenn die Toten vor mir stehen. Ein Mann, auf den man sich verlassen kann, wenn es drauf ankommt und der weiß, wie man mit dem Schwert umzugehen hat. Mirage hingegen konnte sich schnell in mein Herz schleichen. Ich bin wirklich gespannt auf weitere Hintergrundinfos von ihr. Sie wirkte auf mich verletzlich und sehr abweisend gegenüber allen. Gleichzeitig ist sie hilfsbereit und nutzt ihre Gabe, um den Dorfbewohnern zu helfen. Dass es zwischen ihr und Zeyn nicht einfach wird, hat mir gefallen.

Die Handlung kommt schnell in Schwung. Die Toten erheben sich und mit Zeyns Schwäche über „Hexen“ vorschnell zu urteilen, kommen auf Mirage einige Probleme zu. Und auf Zeyn natürlich auch. Spannung wird durchgehend immer wieder neu aufgebaut und ich konnte wirklich nie irgendetwas vorhersehen. Die Welt der beiden ist düster. Nicht nur wegen den Toten. Unterschiedliche Magiearten, Herrschende, die ihre Macht nicht teilen wollen, ein unterdrückendes System und Gilden der Unterwelt, die nach Macht bzw. Veränderung streben. Die Welt erscheint komplex und gut durchdacht. Ich freue mich schon darauf, mehr in den folgenden Bänden zu erfahren. 

Was mich allerdings störte, waren die „französischen“ Einschübe. Die Idee, neben der Amtssprache noch eine ältere einzubauen, fand ich nicht schlecht. Ich weiß ich auch nicht, ob das wirklich richtiges Französisch oder nur daran angelehnt war. Ich hatte nie Französisch. Aber mich hat es immer wieder aus dem Lesen rausgerissen, weil ich nicht wusste, was sie sagen. Und ehrlich gesagt, habe ich auch meistens den Sinn hinter der Sprachänderung nicht verstanden.

„Black Alchemy“-Reihe:
1. Das Schwert der Totengöttin 
2. Der Garten der schwarzen Lilien 
3. Der Herrscher des Waldes