Der MC „Fallen Saints“ von Sara Rivers

Die Klappentexte der Bücher versprechen düstere, gewalttätige Geschichten und die Triggerwarnungen zu Beginn unter anderem toxische Beziehungen. Was bei Dark Romance aber auch nicht selten ist.

Fallen Saints | Sara Rivers | 396 Seiten | Federherz Verlag |

Die Reihe beginnt mit „Fallen Saints“ und der Geschichte von Storm und Shadow. Storm, die von ihrem Vater misshandelt wird und den Fängen des MCs landet, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort war und Dinge sah, die sie besser nicht hätte sehen sollen. Eigentlich ein guter Start, wenn mich die Entscheidungen von Shadow und dem Präsidenten des MCs nicht am Anfang verwundert hätten. Ich fand es einfach nicht glaubwürdig, wie sie mit der ungewollten Zeugin umgingen.

Im Laufe der Geschichte entwickelte ich ein immer besseres Verständnis für Storm und wünschte ihr ein „Dark Happy End“. Das, was sie alles durchmachen muss, macht sie stärker, auch wenn ihre Entwicklung zwischenzeitlich ein bisschen zu schnell ging. Am Ende fehlten auf einmal die Details, als ob die Autorin uns Leser*innen etwas schonen wollen würde.

Zu Shadow konnte ich leider nicht so ein gutes Verständnis aufbauen. Mir hat gefallen, dass weder der kriminelle MC noch er selbst romantisiert werden. Sie sind Mörder, Drogendealer, Waffenhändler. Allerdings hatte ich nicht die Möglichkeit tiefer in die Strukturen des MCs einzutauchen und so auch nicht Shadows Bindung zu diesem vollkommen zu verstehen. Auch das Verhalten einiger Mitglieder gegenüber dem Vizepräsidenten fand ich von Beginn an merkwürdig. Respektlosigkeit, die hingenommen wurde und die ich so nicht erwartet hätte. Nicht gegenüber dem VP.

Im ersten Band lernt man auch Delilah und Creak kennen, deren Geschichte im zweiten Band „Burning Saints“ erzählt wird.

Burning Saints | Sara Rivers | 356 Seiten | Federherz Verlag |

Die Spannungen, die zwischen Delilah und Creak herrschen, werden schon im ersten Buch angerissen und hier erfährt man endlich den Grund dafür. Ich konnte beide Seiten super verstehen. Delilahs Gründe, warum sie ihn verlassen hat, waren für mich absolut nachvollziehbar. Dass Creak daraufhin abgetrifftet ist auch. Ich war richtig gespannt darauf, was passiert, wenn die beiden aufeinandertreffen und Creak Delilah mit den Lügen und Geheimnissen konfrontiert. Leider ist irgendwie das Explosive der Mischung nicht hochgegangen. Auch habe ich mich bis zum Ende gefragt, warum Delilahs Freund aus dem ersten Band, der ja auch eher zu den eifersüchtigen Typen gehört, nur so am Rande auftaucht.

Was den MC selbst angeht, habe ich mich im Laufe des Buches damit abgefunden, dass es da etwas oberflächlich bleibt. Trotzdem hat mich der im Klappentext angekündigte Krieg etwas enttäuscht, da es bei einem Krieg doch eigentlich auf beiden Seiten Tote gibt. Es fließt Blut und es gibt auch Verletzte, aber emotional hat mich das wenig berührt.

Wie auch schon im ersten Band gibt es im zweiten Band Hinweise und erste Erkenntnisse über den Prota des dritten und letzten Bandes des Reihe „Bloody Saints“. Und Maddox ist ein sehr besonderer und kaputter Charakter.

Bloody Saints | Sara Rivers | 250 Seiten | Federherz Verlag |

Maddox hat klare Regeln: Eine Frau darf ihn weder ansprechen noch berühren. Zumindest nicht, wenn ihr ihr Leben lieb ist. Schon allein die Anwesenheit der Old Ladys der anderen MC Mitglieder treibt Maddox Puls in die Höhe und ruft seine Wut hervor. Schon blöde, wenn man dann den Bodyguard von Aria spielen soll, die sich trotz Warnung zum Ziel setzt, Maddox Stimme zu hören.

Aria wirkte auf mich wie ein kleiner Wirbelwind, der endlich loslegen darf. Und da sie nicht zu aktiv sein darf, weil immer die Angst da ist, dass ihr Vater sie findet, leitet sie ihre Energie eben auf Maddox um. Wie oft habe ich mir gedacht, dass sie vielleicht ein bisschen zurückfahren sollte. Wie oft mit Maddox mitgelitten und mich doch gleichzeitig gefreut, dass Aria keine Angst vor ihm entwickelt, sondern ihn und seine Art immer besser versteht und vor allem akzeptiert.

Während Arias Problem mit ihrem Vater und ihrem Zwangsverlobten mich weniger mitgenommen hat, hat mich Maddox Geschichte berührt und das, obwohl ich nur ein Bruchteil von dem erfahren habe, was ihm zugestoßen ist. Und ich war ehrlich gesagt auch super froh, dass es da nicht zu mehr Details gekommen ist. Das Buch hätte ich sonst nicht zu Ende lesen können.

Insgesamt hat mir die Reihe um die Fallen Saints gut gefallen. Ich muss mich bei dem Gerne wohl ein bisschen mehr dran gewöhnen, dass es abseits der jeweiligen Liebesgeschichten nur wenige Details gibt und andere Hintergründe teils nur sehr oberflächlich dargestellt werden. Die jeweiligen Protas sind aber grundsätzlich gut ausgearbeitet gewesen, auch wenn ich beim Lesen mich meistens der Hintergrund eines Protas mehr interessierte als der des anderen.