„Entführung ins Glück“ von Kristi Ann Hunter

Dieses Buch erhielt ich über eine Leserunde von Lovelybooks und hatte viel Spaß mit Mirandas Geschichte. In die Regency Zeit tauche ich gerne ein, besonders wenn sich an den Stilregeln der  traditionellen Regency Romance orientiert wird. Was in diesem Buch der Fall ist. 

| Hawthorne House 1 | Kristi Ann Hunter | 380 Seiten | Gerth Medien |
Klappentext:
England, 1812: Da für Lady Miranda kein standes gemäßer Ehemann in Sicht ist, vertraut sie ihren Kummer Briefen an, die an einen verschollenen Freund ihres Bruders adressiert sind. Einen Freund, dem sie nie begegnet ist und der die Briefe natürlich nie erhalten soll. Doch als Marlow, der neue, geheimnisvolle Kammerdiener ihres Bruders, unwissentlich einen dieser Briefe verschickt, ist Miranda zunächst schockiert – denn der Verschollene antwortet. Nach und nach entwickelt sich eine tiefe Brieffreundschaft. Ob Miranda doch noch auf die Erfüllung ihres Traumes hoffen darf?

Miranda konnte mich gleich durch ihre Stärke begeistern. Sie ist die Schwester eines Herzog, hat eine sehr strenge Erziehung genossen und rebelliert auf ihre Weise dagegen. Die Briefe am Anfang des Buches zu lesen, war wirklich sehr schön und dann ihre Panik vor dem Skandal zu Spüren, als ihre „Tagebuchbriefe“ ausversehen zugestellt worden sind. Es war herrlich. 

Die Geschichte beinhaltet aber nicht nur eine sehr süße Liebesgeschichte, sondern auch das Leben und die gesellschaftlichen Werte und Regeln werden dargestellt. Vor allem das Finden eines standesgemäßen Ehemanns und die Angst einer 20jährigen doch noch als alte Jungfer zu enden, sind Thema des Buches. Ebenfalls wird Spannung durch die historische Einordnung geschaffen. 1812 sitzt auf dem Festland Napoleon noch fest im Sattel und dessen Blick streift auch gerne mal nach England. Wenn einer der Protagonisten dann Teil der Verteidigung des Landes ist, darf sich der Leser auf mehr als nur eine Liebesgeschichte freuen.

Der Erzählstil hat mir gefallen. Wir begleiten Miranda auf Bälle, sitzen mit ihr im Salon, um die Verehrer der Schwester zu „ertragen“ und flirten beim Whist über die Karten mit einem gewissen Gentleman. Die Gespräche sind mal ernst, mal humorvoll, mal nachdenklich. Auch der Glaube spielt in dem Buch eine Rolle, aber er ist schön in die Geschichte eingewoben und dominiert den Plot nicht.