Serienkiller-Saturday: Barbie und Ken-Mörder

Bei Barbie und Ken denke ich ja als erstes an das Spielzeug und nicht an ein Serienmörderpärchen. Willkommen zum:

einer Aktion von Andrea und ihrem Blog Leseblick.

Heute zieht es uns nach Kanada ins beschauliche Städchen St. Catharines. Hier lebten Karla Homolka und ihr Ehemann Paul Bernardo. Beide gehen als Barbie und Ken-Killer in die kanadische Geschichte ein. Doch sie tragen noch weitere Namen:

  • The Scarborough Rapist
  • The Schoolgirl Killer
  • The Witch of Ontario

Steckbriefe

Paul Kenneth Bernardo

Geboren: 27. August 1964

Heirat: 1991 mit Karla Homolka

Scheidung: 1994

Verurteilt wegen Mord, Sexualverbrechen und Folter zu lebenlanger Haft mit Möglichkeit zur Bewährung nach 25 Jahren.

Antrag auf Bewährung 2021 abgelehnt.

Karla Homolka

Geboren: 4. Mai 1970

Heirat: 1991 mit Paul Bernardo (geschieden seit 1994)
2005 mit Thierry Bordelais

Kinder: 3 mit Thierry Bordelais

Verurteilt wegen Totschlags zu 12 Jahren Haft

Entlassung: Juli 2005

Karla und Paul lernen sich 1987 kennen und lieben. Noch im gleichen Jahr verloben sich die damals 17 Jährige und der 23 Jährige. Auch Karlas Eltern sind von ihrem Schwiegersohn in spe begeistert und er zieht ins Haus der Familie.

Im Gegensatz zu Pauls vorherigen Freundinnen schreckt Karla vor seinen sexuellen Fantasien nicht zurück, sondern bestärkt diese wohl. Auch sein Geständnis, dass er der gesuchte Scarborough Vergewaltiger sei, lässt ihre Liebe zum ihm nicht erkalten. Stattdessen beginnt schon bald ihre gemeinsame Verbrechensgeschichte.

Ihre Verbrechen

1987 bis 1990 – Die Scarborough-Akten

Paul stalkte in den drei Jahren immer wieder junge Frauen im Alter zwischen 15 und 22 Jahren. Nach einer kurzen Beobachtungszeit überfiel er sie nachts im Dunkeln von hinten und vergewaltigte sie. 19 Fälle sind bekannt.

1990 bekam die Polizei zwei unabhängige Tipps, dass der gesuchte Vergewaltiger Paul Bernardo sei. Er wird verhört und eine DNA-Probe genommen. Das DNA-Verfahren war zu der Zeit noch sehr neu und so sollte es bis 1993 dauern bis belegt war, dass Bernardo der gesuchte Scarborough-Täter ist.

1990 bis 1993 – Die Schoolgirl-Killer Akten

Obwohl Paul mit Karla verlobt ist, entwickelt er Interesse an ihrer kleinen Schwester Tammy und flirtet ungeniert mit ihr. Was andere Frauen sicherlich eifersüchtig machen würde, lässt bei Karla den Wunsch entstehen, ihrem Freund zu helfen. Da Paul öfters anmerkt, dass er es nicht gut fand, dass Karla keine Jungfrau mehr war, als sie zusammenkamen, entschied sich Karla, dass die Jungfräulichkeit ihrer Schwester Tammy doch ein guter Ersatz sei und macht diese ihrem Freund zu Weihnachten zum Geschenk.

Als Tierarzthelferin hat Karla Zugang zu Beruhigungsmittel. Diese mischt sie ihrer kleinen Schwester ins Getränk. Tammy wird erst von Paul und anschließend auch von Karla vergewaltigt. Sie filmen sich gegenseitig Im gleichen Haus, in dem auch die Eltern schlafen. Tammy stirbt in dieser Nacht. Statt den Notruf zu wählen, nachdem die Wiederbelebungsversuche scheiterten, beiseitigen Paul und Karla ihre Spuren. Erst danach rufen sie um Hilfe. Im Krankenhaus kann nur noch der Tod festgestellt werden. Todesursache: Alkoholkonsum.

1991 sind die beiden in ein eigenes Haus gezogen. Ihr nächstes Opfer ist die 14-jährige Leslie Mahaffy. Sie wird tagelang vergewaltigt und gefoltert. Die Täter nehmen ihre Taten auf Video auf. Das Verrutschen von Leslies Augenbinde wird ihr Todesurteil. Aus Angst identifiziert zu werden, erwürgen sie sie. Die Leiche wird zerstückelt und entsorgt.

Am 19. April 1992 stirbt Kristen French, 15 Jahre. Auch sie wurde entführt und musste die gleichen Grausamkeiten durchleben wie Leslie Mahaffy.

Verhaftung und Verurteilung

1993 – Karla verlässt Paul, nachdem er sie krankenhausreif schlägt. Kurze Zeit später liegen endlich die DNA-Ergebnisse aus dem Scarborough-Fall vor. Bei der darauffolgenden Hausdurchsuchung finden die Ermittler auch Videos, die Paul mit Leslie und Kristen in Verbindung bringen. Karla, der man immer noch die blauen Flecken und Verletzungen ansieht, wendet sich gegen ihren Nochehemann. Sie verteidigt sich dadurch, dass sie allen glaubhaft macht, sie sei eine unterdrückte Sexsklavin und wäre von Paul gezwungen worden ihm zu helfen. Die Staatsanwaltschaft bietet ihr einen Deal an: 12 Jahre Haft für zweifachen Totschlag, wenn sie als Kronzeugin aussagt. Sie wird im Juli 1993 verurteilt.

Erst im Verfahren gegen Paul 1994 erkennt die Staatsanwaltschaft und die Öffentlichkeit, dass Karla nicht „nur“ eine Mittäterin war, sondern stattdessen eine treibende Kraft. Ein erneuter Prozess gegen sie ist aber nicht möglich. Paul wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

Während es bei Paul Bernardo als unwahrscheinlich angesehen wird, dass er auf Bewährung entlassen wird (2021 abgelehnt), ist Karla Homolka seit 2005 auf freiem Fuß. Sie hat erneut geheiratet und drei Kinder bekommen.