„Stormdancer“ von Jay Kristoff

Werbung | Rezensionsexemplar
Steampunk, das feudale Japan und eine Welt, in der die Natur zu Grunde geht. Ich war neugierig und habe mich mit diesem Buch auch mal wieder auf ein neues Setting eingelassen. Die Fantasybücher bzw. Dystopien, die ich sonst in die Hände nehmen, sind eher an die westliche Welt angelehnt.

Klappentext
Das Shima-Imperium steht am Rand des ökologischen Kollapses – einst eine Inselnation, die reich an Tradition und Mythen war, ist diese nun nur noch ein industrieller Moloch im Griff der Lotus-Gilde. Die Himmel bluten rot, das Land erstickt in den Wellen der Verschmutzung und die einst so bedeutsamen heiligen Tiergeister scheinen auf alle Zeit verschwunden. Die Jäger des imperialen Hofes von Shima werden von ihrem Shogun damit beauftragt, einen Donnertiger zu fangen; eine legendäre Kreatur: halb Adler, halb Tiger. Yukiko, ein Kind des Fuchs-Clans, besitzt eine besondere Gabe, bei dessen Entdeckung die Lotus-Gilde sie ohne Gnade hinrichten würde. Sie begleitet ihren Vater auf dessen Himmelfahrtskommando, nur um in den Wirren eines gefährlichen Jagdmanövers allein in der Wildnis zu stranden … an ihrer Seite ein zorniger, verkrüppelter Donnertiger…

| Jay Kristoff | Der Lotuskrieg 1: Stormdancer | 400 Seiten | Cross Cult

Das Buch startet mit einer Erklärung der Welt und der Gepflogenheiten. Die Welt wird bildhaft beschrieben. Rituale und Traditionen erklärt. Dadurch konnte ich mich, trotz der anfangs doch etwas verwirrenden Begriffe, schnell in der Welt zurecht finden. Ich wechselte allerdings nach den ersten Seiten auch zum Glossar, um die ganzen Waffen, Kleidungsstücke und Titel vorab zu kennen. Ich denke aber, wer öfter zu Büchern greift, die sich an asiatische Kulturen orientieren, wird hier keine Probleme haben. Und für Neulinge ist es, wie gesagt, am Anfang gut erklärt.

Die Thematik, die hier angesprochen werden, fand ich spannend und toll umgesetzt. Umweltzerstörung, Drogen, Fanatismus und Abhängigkeiten von Herrschern, die sich nicht um die Belange des Volkes kümmern. Hauptsache der Lotus blüht. Je mehr ich von der Welt erfuhr, desto erschrockener wurde ich. Und als ich dachte, ich kenne nun all das Übel, überraschte Jay Kristoff mich mit einer weiteren Grausamkeit.

Die Charaktere, allem voran Yukiko, sind toll gestaltet. Mit Stärken und Schwächen. Mit Geheimnissen, die im Laufe der Geschichte an die Oberfläche kommen. Geheimnisse, die mich immer wieder überraschen konnten. Ab und an waren mal Andeutungen vorhanden, da wir aber hauptsächlich Yukikos Sicht der Dinge mitverfolgen, konnte ich mich schön in sie und ihre Entscheidungen hineinversetzen. Insbesondere, wenn sie ihre Meinungen über Personen nach Aufdeckung gewisser Dinge ändern musste.

Im ersten Band erfuhr ich auch grundlegendes über die Götter und ihre fantastischen Geschöpfe. Ich hoffe, dass im nächsten Band diese noch ein bisschen stärker in den Fokus rücken.

Zusammengefasst ein wirklich spannender Roman, mit einer komplexen Welt und Charakteren, die ich liebte und welche, die ich hasste.